grossbritannien2006

England-Schottland-Wales-Tour 2006

 

6.4.-20.4.

 

 

7.4.

Wir sitzen in Südwales auf einem ziemlich teuren Campingplatz und warten auf den sich schon seit Stunden ankündigenden Regen – der kommt aber irgendwie nicht.

Der Campingplatz ist in Talgarth, das ist nördlich von Brecon Beacons. Besonders beeindruckend ist die Landschaft nicht wirklich. Es gibt viele grüne Hügel und noch mehr Schafe. Ansonsten recht langweilig.

Die Fahrt hierher war ganz in Ordnung. Die Überfahrt mit dem Eurotunnelzug habe ich gepflegt verschlafen. Der Zug ist hässlich. Hat den Charme eines Nacktmulls.

Das Einchecken am Zug war recht problemlos, die Hunde wurden nicht extra kontrolliert und waren dem Personal ziemlich egal.

Morgen geht’s Richtung Snowdonia, mal schauen, ob Wales doch noch hält, was alle versprechen.

Achja: die Helene wird mit den belgischen Zapfsäulen einfach nicht grün. Entweder, sie geben ihr wegen fehlender Tankkarte keinen Sprit, oder sie werden gepflegt rückwärts von der Protzkistenfahrerin aufs Korn genommen. Die Aktion war uns dann so peinlich, dass wir noch nicht einmal versucht haben, zu tanken, sondern abgehauen sind.

 

 

 

8.4.

Heute war ein ereignisreicher Tag. Wir haben sehr schöne und noch viel fiesere Ecken von Wales kennengelernt.

Gegen Vormittag brachen wir in Talgarth Richtung Aberystwyth auf. Schon auf der Hinfahrt änderte sich meine Meinung über das bisher als kleinbürgerlich und beschaulich wirkende Wales. Die Hügel wurden größer, die Bäume auch, die Schafe zwar nicht, aber es gab dort noch mehr davon. Und als das Meer in Sicht kam, war der Tag eh gerettet. Und das alles noch bei allerbestem Wetter. Wir waren recht ausgelassen und trauten uns sogar auf schmale Sträßchen, die uns laut Karte zu Sehenswürdigkeiten führen sollten – so zum Beispiel auch zu der als wunderschön und einzigartig ausgeschilderten Devil’s Bridge. Leider haben wir dort die Wasserfälle, die die Brücke so interessant machen sollten, nicht gefunden, obwohl wir die Brücke gefunden haben – an der hing nämlich ein Schild! Ansonsten war es dort aber recht beschaulich bzw. unspektakulär.

In Aberystwyth gingen wir eine halbe Stunde mit den Hunden am Strand spazieren und ließen uns vom störrisch blasenden Wind erfrischen, bis wir Ohrenschmerzen hatten. Danach taperten wir durch die Stadt. Ist eine schöne Stadt. Der örtliche Metzger hat mir Lammknochen für die Hunde geschenkt.

Weiter ging es durch den Snowdonia-Park Richtung Abergele und weiterer Touristenhochburgen.

Die Rückansicht Aberystwyths

 

Die Fahrt dorthin war echt super. Die Landschaft ist abschnittsweise schöner als in Schottland. Allerdings muss man ein Faible für Mäuerchen und Hecken mitbringen (das ich nicht habe), ansonsten geht einem die parzellierte Landschaft ganz schön auf den Keks.

Am nördlichen Rand Wales’ ging es dann auf Campingplatzsuche. Dort zeigte sich das Land von seiner abstoßenden Seite. Es reiht sich Mobilheim an Mobilheim, hin und wieder unterbrochen von einer schnuckeligen Reihe Fertigbauhäuser.

Die Aussicht, auf einer 9ha großen Mobilheimausstellung zu schlafen, konnte uns nicht locken. Und nachdem wir auf einem netter aussehenden Campingplatz mit den vernichtenden Worten, hier dürfe man nicht im Auto schlafen, abgewiesen worden waren, entschlossen wir uns zu einer weiteren autarken Nacht und suchten uns dafür die Pampa aus.

Das Dorf heißt Penmon und man muss ganz schön kleine Straßen fahren, um dorthin zu gelangen (ist in der Nähe von Bangor).

Wir sind die Landstraße dort bis zum Ende gefahren. Dort wohnt nur noch der Leuchtturmwärter, der aufpasst, dass keiner gegen die Puffin-Insel fährt (Puffins haben wir leider keine gesehen, denen ist es wohl noch zu kalt?!).

Einen halben Kilometer zurück ins Landesinnere haben wir einen schönen Platz für die Nacht gefunden: ein kleiner Parkplatz direkt am Meer und Gesellschaft von drei Wohnmobilharrys, einer davon mit einem T2-Camper mit Blümchenvorhängen.

Die Protzkiste hat sich als schlafmobil bisher nicht schlecht bewährt. Die Hunde schlafen auf den Vordersitzen, wir auf der Ladefläche und die Zargeskisten an- und abgeschlossen draußen.

Die Zargeskisten sind eh toll. Es passt viel rein, sie sind wasserdicht und man kann gut drauf sitzen und sie als Windschutz beim Kochen verwenden (sehr windig hier).

 

9.4.

Die heutige Etappe führte uns von Nordwales in den Lake District. Die Fahrt verlief reibungslos. Die Engländer fahren auch auf dreispurigen Autobahnen nicht auf der eigentlich-rechten-hier-aber-linken Spur. Habe es mir trotzdem verkniffen, links zu überholen.

In Kendal verließen wir die Autobahn, um auf der Landstraße unser Glück zu suchen. Mit der Protzkiste sind ja auch wirklich kleine Straßen kein großes Problem, und so fuhren wir auf einer single-track-road durch die Gegend. Keine wusste, wohin es ging, aber da auch keine wusste, wohin wir wollten, passte das ja ganz gut.

Im schönsten Sonnenschein bei angenehmen Pullovertemperaturen, Windstille und voller Hohn für die Daheimgebliebenen hielten wir unterwegs an, gingen Teita und fütterten die Hunde mit dem letzten mitgebrachten deutschen Putenhals.

Dann ging es wacker weiter. Die grandiose Aussicht entschädigte für das nur bedingt beklemmende Gefühl, in unzivilisierter Gegend gestrandet zu sein.

 

Nach einer guten halben Stunde erreichten wir allerdings wieder die Straße, von der wir vorher abgezweigt waren – nur um gute 200m zum alten Abzweig versetzt. Beschwingt fuhren wir weiter nach Bowness. Wir wollten dort Brot und für die Hunde Fleisch kaufen.

Bowness liegt direkt an einem See und ist deshalb eine Touristenhochburg. Trotzdem sehr nett, irgendwie niedlich. Das liegt vermutlich daran, dass das Teil trotz seiner Größe nicht in der Karte verzeichnet ist.

Brot gab es leider nur in übelster englischer – bis Ultimo komprimierbarer – Toastbrotform. Habe stattdessen Schokoladenkuchen gekauft, schmeckt auch. Helene hat für den Daheim-Alten eine Tasse gekauft, die in München wohl was deutlich über 20 € kostet – für 4,65 Pfünder inklusive Untertasse. Jetzt springt sie herum wie ein Teenie und freut sich, in England etwas Billiges gekauft zu haben.

 

Im Lake District

 

humorige Engländer?!

 

Unser Campingplatz liegt in der Nähe der A491 ein paar km vor Keswick. Von hier oben kann man einen See, Keswick und schneebedeckte Bergkuppeln sehen. Und Schafe.

Nachdem wir unter kaltem Wasser geduscht hatten, haben wir uns die Penntüten gegriffen und sind anderthalb Stunden Teita gegangen. Der Alte war anfangs recht unbegeistert und verschlafen, im Endeffekt fand er den Spaziergang jedoch toll.

Gegen Ende des Spaziergangs wurde sogar die Jule müde, weil sie sich wegen der vielen Schafe immer so aufregen muss (ich glaube, sie würde sich schon selbst barfen, wenn wir sie ließen). Und der Alte sieht wieder richtig fit und gesund aus und ist für jeden Schabernack zu haben (u.a. auch, den Castlerigg Stonecircle zu begutachten, auch wenn er die Steine dämlich fand).

 

Morgen suchen wir eine Mercedes-Werkstatt.

Beim Versuch, in die Wiese bzw. wieder aus ihr heraus zu fahren, habe ich nämlich die Protzkiste eingesumpft. Hätte nie im Leben damit gerechnet. Aber: das Benzerl hat jetzt andere Reifen als noch während der letzten Distanzsaison, und natürlich hat die Helene beim Kauf nicht auf die Schlammfahreigenschaften geachtet. Echt blöd.

Ein netter kleiner Greis mit interessanten Zähnen und einem großen Pick-Up wollte uns wieder herausziehen. Leider fanden wir trotz halbstündiger Suche, während der wir den gesamten Kofferrauminhalt auf den Kopf stellten, nicht die dämlich abschraubbare Abschleppöse. So ist das bei nem Wagen, der schon öfter abgeschleppt werden musste. Da kommt so ne Öse schonmal weg. Und sie einfach dranzuschweißen, wäre Mercedes wohl zu einfach – vor allem für den Kunden, der soll sich ja nicht langweilen.

Der englische Opa zog den Kahn schlussendlich an einer Seilkonstruktion ums Frontblech aus dem Dreck.

Und da wir mit diesem Auto ja nie wissen, ob wir nicht mal abgeschleppt werden müssen, suchen wir morgen eine Werkstatt und kaufen eine Abschleppöse.

 

10.4.

Heute morgen sind wir bei allerbestem Wetter aufgewacht. Die Nacht war eisig, dafür wurden wir allerdings morgens schon mit postkartenblauem Himmel und Temperaturen im Pulloverbereich belohnt.

Wir sind immer noch im Lake District, auf einem Parkplatz kurz vor Keswick, auf dem overnight-camping verboten ist – schaun wir mal, ob uns einer verjagt.

Die heutige Tagesetappe hätte man – wäre man den direkten Weg gegangen und hätte eine landschaftlich atemberaubende strecke verpasst – auch zu Fuß bewältigen können, wir sind nämlich wohl weniger als 10km Luftlinie vom alten Campingplatz entfernt.

 

Die Fahrt führte zuerst Richtung Carlisle, wo wir uns in einem Supermarkt großzügig mit internationalen Lebensmitteln eindeckten. Von dort aus ging es an die Küste. Da war es aber eher blöd. Wieder Mobilheime.

Bei Allonby waren wir bei Ebbe mit den Kötern am Strand und haben Möwen gejagt. Beide sind sehr schön gerannt und haben nett gespielt.

 

In Maryport bogen wir dann ab Richtung Cockermouth und von dort aus ging es auf einer kleinen Straße Richtung Buttermere. Die Strecke war fahrerisch wie optisch sehr hinreißend und lohnt unbedingt einen Umweg.

Hier gibt es Schafe, die aussehen wie Bearded Collies mit weißen Köpfen.

 

Ein kurzer Abendspaziergang in Keswick belehrte uns, dass dort ab 18h die Bürgersteige hochgeklappt und Touristen aus den Läden vertrieben werden – ist aber an sich trotzdem ein netter Ort.

Morgen geht’s nach Schottland. Wir peilen den teuren Campingplatz von 2002 an, dort waren schöne Duschen.

 

11.4.

Die Karre ist das reinste Optimisten-Mobil.

Durch einen getönten Streifen am oberen Rand der Windschutzscheibe sieht es immer so aus, als fahre man in gutes Wetter.

 

Der heutige Tag stand ganz unter dem Motto, frei nach Erich Kästner: „Und die Mutter rief verwegen: Boah ey ist datt en Scheißwetter!“.

 

Morgens wurden wir vom gleichmäßig prasselnden Regen geweckt. Alle Versuche, länger auszuhalten als er, schlugen fehl – der Sauhund war ausdauernder als wir.

Wir können mittlerweile ganz schön schnell unseren Kram zusammenpacken.

 

Die Fahrt nach Schottland war gut.

Dann gab es ein bisschen nördlich von Glasgow Unstimmigkeiten bzgl. Des zu fahrenden Weges und wir haben uns ca. eine Stunde die Gegend dort von Näherem betrachtet (nicht schön da).

Am favorisierten Campingplatz „Milarrochy Bay“, der im Vergleich zu 2002 noch (!) schönere Duschhäuschen hatte, wollte man uns aber nicht. Weder Backpacker noch Caravan-Fuzzies, dazu auch noch mit zwei Hunden – nee, passt nicht her.

Drum sitzen wir jetzt eine Meile weiter nördlich auf einem recht neuen Campingplatz. Haben eine englische Familie als Nachbarn, die mit zwei Autos und Hänger angereist ist (es sind 5 Personen) und seit drei Stunden ihr Zelt aufbaut.

 

Die Protzkiste nervt mich. Man kann nicht auf Gras fahren, weil man sofort steckenbleibt, zudem haben wir immer noch keinen Mercedes-Händler gefunden und sind somit immer noch abschleppösenlos. Man kann nicht gescheit drin kochen und Wäsche kann man auch nicht drin aufhängen.

Neues Motto des Urlaubs: It is time for a bus.

Haben vergessen, Wein/Whisky/beides zu kaufen und die Schokolade ist auch alle.

Wenigstens regnet es nicht.

 

13.4.

Der gestrige Tag war gekennzeichnet von ergiebigen Regengüssen und dem Verzehr eines halben Liters Häagen-Dasz-Eises. Danach war mir schlecht.

Haben mittags, nachdem wir am Loch Lomond noch lange geruht/geschlafen und gemütlich gepackt haben, im Tesco in Glasgow eingekauft. Der Gedanke, nach Richtig-Schottland zu fahren und sich dort wieder von Waltern ernähren zu müssen, war abschreckend und kurbelte die Einkaufslust an.

Jetzt sitzen wir auf einem Haufen Lebensmitteln, die für eine Nordpolexpedition reichen würden. Haben Wein, Schokolade und Bier gekauft. Das Bier ist lecker.

 

Abends kamen wir auf dem altbekannten Glen Nevis-Campingplatz an, den die Helene und ich angeblich schon 1983 gemeinsam besucht haben.

Haben beschlossen, etwas das Reisetempo zu drosseln. 2500km/32h im Auto in 7 Tagen – langsam wird’s anstrengend.

 

Heute sind wir zu einer Tagesetappe rund um Fort William gestartet („Fort William ist ein Regenloch“). Zunächst ging es an die Küste, wo wir in dem kleinen Örtchen Morar mit den Hunden am Strand spazieren waren. War echt schön, es fehlten nur ein paar dutzend Grad, dann wäre das Karibik-Feeling perfekt gewesen. Käpt’n glaubt, dass im Meer aufgeweichte Stöcke unbedingt auf seinen Barf-Plan gehören. Jule wollte sich mal wieder ein paar Möwen fangen.

 

In Morar war es stürmisch

 

Sind nachher nochmal ins Glencoe gefahren. Das Wetter war abschnittsweise gut! Und abschnittsweise sehr nass.

Der kleine Umweg über Kinlochleven ist sehenswert.

 

Bei Kinlochleven

 

Haben in Fort William in einem Touristen-Großhandel eine absolut beschissene Country-CD gekauft und lecker gegessen – Cottage Pie, das war Kartoffelpüree und irgendein seltsames Hackfleisch überbacken, sah eklig aus, war sehr lecker.

 

14.4.

Habe heute morgen unsere Aufenthaltserlaubnis auf dem Glen Nevis-Campingplatz verlängert, darum sind wir immer noch hier.

Habe einen halben Liter „Fursty Ferret“-Ale intus und bin ein bisschen angeschickert. Merke: „Ale full of character“ means „saubitteres Zeugs“. Aber wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, geht’s.

 

Sind heute über Fort Augustus nach Inverness gefahren und haben die Landschaft genossen (selber Schleichweg entlang Loch Tarff und Foyers wie 2002 – einfach vor Fort Augustus Richtung „Abbey“ abbiegen, die Straße geht weiter, auch wenn es aussieht wie eine Sackgasse).


 

Auf dem Rückweg haben wir eine wirklich tolle Strecke entdeckt: von Inverness auf die A9 und dann auf die Landstraße Richtung Fort William). Der Ausblick war fantastisch. Das Wetter erste Sahne und die Landschaft ein Traum ohne Gleichen, man glaubt kaum, dass es sowas in Europa gibt.

Nicht so fantastisch war, dass es auf den gesamten 150km ab Fort Augustus keine Tankstelle gab und wir nur für 145km Sprit hatten. (Darum gibt es von der Landschaft dort auch keine Fotos, denn die hätten den gleichmäßigen Fahrstil negativ beeinflusst.)

 

So kam ich dazu, ab einem Hotelparkplatz kurz vor Fort William mit einem sehr freundlichen und gesprächigen Taxifahrer Sprit zu holen.

Hier gibt es übrigens sehr viele interessante Vögel – unter anderem eine Misteldrossel, die uns ständig auf Auto, Kisten, Kanister etc. kackt und besser Mistdrossel heißen sollte, und stupid pheasants (lat. Phasianus colchicus suizidalis), die auf stark befahrenen Straßen spazierengehen und sich zum Ziel gesetzt haben, möglichst originell überfahren zu werden. Den Tod eines solchen haben wir hautnah mitbekommen, denn der hatte vor der Protzkiste solche Angst, dass er sich lieber vor den entgegenkommenden englischen Fiat warf. Quasi Frisch-Barf und auch noch kostenlos. Die letzte anerzogene Hemmschwelle hindert aber.

 

Dem Tod von der Schippe gesprungen!

 

15.4.

Heute nur einen überfahrenen Fasan gesehen. Dafür hat ein Schaf auf Skye den gesamten Verkehr aufgehalten und empört geguckt, als es angehupt wurde.

 

Waren also heute auf Skye. Landschaft toll, wie immer. Hat heute den ganzen Tag geregnet. Konnten uns nur vorstellen, wie die Berge entlang Loch Duich aussehen, denn sie lagen komplett im Nebel.

 

Vorhin haben wir schöne Konserven gekocht:

-          gewürfelte Kartoffeln und noch was: geöffnet, weggeworfen

-          Ravioli, okay – wie immer

-          Käse-Makkaroni: gekocht, probiert, weggeworfen

-          Baked Beans

 

Watt lehrt uns datt – Schuster, bleib bei deinen Leisten. Es fällt uns auch immer leichter, Nahrungsmittel wegzuwerfen, man gewöhnt sich dran.

 

Wenigstens sind die Regenfälle in erster Linie beständig und in zweiter Linie wenig wasserreich, geht also.

 

16.4.

Heute morgen haben wir Fort William und dem Glen Nevis-Campingplatz den Rücken gekehrt und sind über Oban (nett) auf Kintyre gefahren. Dort sind wir bis zum Mull of Kintyre gelangt und haben Irland gesehen, das Wetter heute war nämlich top.

 

Rückfahrt vom Mull of Kintyre

 

Auf Kintyre hat’s sehr viele Schafe, gelbe Osterglocken und gelben Ginster, sieht sehr beschaulich und nett aus und ich wage zu behaupten, dass der Großteil der Lämmer den Ostersonntag überlebt hat.

Die letzte Fähre nach Arran haben wir knapp verpasst, weil ein lustiger Dorfjunge das Schild dorthin weggedreht hatte und wir erst noch einen kleinen Umweg gefahren sind.

Jetzt stehen wir zwischen dem Fährenanleger und dem zwergenhaften Dorf „Skipness“ auf einem Parkplatz. Haben ein Pärchen in einem ausgebauten T5-Transporter als Nachbarn.

Nachdem heute das Wetter so toll war, dass es uns schon wieder keiner glauben wird, schüttet es gerade sintflutartig und wir sind froh, schon mit Allem fertig zu sein und nur noch Lesen und Schlafen zu müssen.

 

Der Morgen danach - wieder tolles Wetter

 

18.4.

Für die gestrige Fahrt hatten wir einen tollen Plan.

Wir wollten die Fähre nach Arran und von dort aus die Fähre nach Ardrossan nehmen und hätten dadurch auf dem Weg gen Süden erheblich viel Zeit und Kilometer gespart.

Leider hatten wir die Rechnung ohne den Fährmann gemacht, der uns an Bord der Fähre nach Arran erklärte, dass es keine Fähre von Arran  aufs Festland für uns geben würde, weil alles ausgebucht sei. Nachdem Helene ihm unsere Misere erklärt hatte (wir müssen unsere Fähre nach Deutschland kriegen – zieht immer – wollen die uns loswerden?), bekamen wir, unter der Bedingung, gleich wieder mit zurückzufahren, den kompletten Fahrpreis von wohlfeilen 36 Pfünden erstattet – sehr nett, so ein Schotte.

 

Nachdem wir also eine Stunde im Auto auf der Fähre vergeudet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Tarbert und nahmen von dort aus die Fähre nach Portavadie, von dort fuhren wir ein Stück Landstraße bis zur Fähre zur Insel Bute und von dort aus wieder mit einer Fähre nach Wemyss Bay. Die drei Fahrten haben wir dann für lockere 48 Pfünder bekommen. Es ist der Wahnsinn. Aber es hat trotzdem viele Auto-Kilometer gespart...

 

Von Wemyss Bay ging es über Largs (hier kommt Côte d’Azur-Flair auf, genau wie bei vielen Hafenstädtchen in der Gegend!) nach Irvine, dann auf die A76 nach Dumfries und dann auf die Autobahn Richtung Lake District.

Nun sitzen wir wieder auf dem altbekannten Castlerigg-Hall-Campingplatz, auf dem ich vor einer Woche den Karren festgesetzt habe. Bei der Anmeldung wurde die Helene gewarnt, nicht mit dem Auto aufs Gras zu fahren. Glücklicherweise ohne den Nachsatz „Letzte Woche haben hier zwei blöde deutsche Touristinnen ihr blödes deutsches Auto festgefahren und hatten nicht mal eine Abschleppöse...!“.

 

Das Wetter ist traumhaft, blauer Himmel und Temperaturen im Pulloverbereich. Auch die Nacht war nicht so bitterkalt wie die neulich.

In der einen Woche, die wir weg waren, sind den Lake-District-Bergen die Schneemützen geschmolzen, die Hügel grüner geworden und die Lämmer gewachsen.

Mit der frischen Erinnerung an die Highlands hat der Lake District allerdings viel von seinem Eindruck verloren: es ist hier doch ziemlich geordnet/parzelliert und beschaulich.

 

Die Jule hätten wir gestern auf der Hinfahrt bei einer kurzen Pinkelpause direkt an Ort und Stelle lassen können: auf einer Wiese tummelten sich einträchtig Schafe und Lämmer, Gänse, Hühner, Kaninchen und eine kleine schwarze Katze – wie aus dem Bilderbuch der Gutenacht-und-träum-süß-Geschichten für Jagdhunde. An Pipimachen war jedenfalls nicht mehr zu denken, die Faszination war zu groß.

 

19.4.

Wir sind auf dem Waterrow Touring Park in Somerset in Südengland.

Die Hinfahrt war nicht so toll und geprägt von zwei Stunden Staustehen bei und um Liverpool.

In Taunton sind wir abgefahren und haben die Laden gesucht, den Christel mir vorher beschrieben hatte, um ein Zilco-Brustblatt zu kaufen.

War dann weniger ein Laden als vielmehr ein Ehepaar, das den Kram aus der Garage vertickte. Aber sehr nett, die Leute. Haben mir ein Brustblatt aus zwei Größen zusammengebastelt und wollten uns nachher nicht gehen lassen, weil es verrückt sei, im Auto zu schlafen.

Der Campingplatz hier ist nur für Erwachsene offen, aber Hunde sind erlaubt.

Die Klohäuschen sind fertige Container, die in eine Scheune gestellt wurden. Klingt billig, war bestimmt auch billig, aber sehr ordentlich und penibel sauber. Die Übernachtung kostete ja auch nur 15 Pfünder.

Käpt’n diätet seit gestern. Wir haben den beiden in Keswick ein Huhn gekauft. Das findet er unter seiner Würde. Leider ist ihm noch nicht klargeworden, dass sein Gewichts- und Gesundheitszustand es uns erlauben, ihn ein paar Tage fasten zu lassen. Jetzt ist er sauer.

 

21.4.

Den restlichen Tag des 19.4. sind wir im Exmoor herumgefahren, an der Küste ist es sehr schön, die Örtchen ebenso wie die Landschaft. Haben die Hunde noch einmal an einem Strand laufen gelassen und dort für die Belustigung der Engländer gesorgt, weil das Alterchen erst nach 5 Schlucken merkte, dass Meerwasser nicht schmeckt und daraufhin eine etwas angewiderte Grimasse zog.

 

Nachmittags sind wir Richtung Eurotunnel gefahren und dort gegen Mitternacht angekommen. Ursprünglich war der Plan, dort zu schlafen und den gebuchten Zug um 5:58 zu nehmen. Als es sich jedoch anbot, schon einen Zug um 1:28 zu nehmen, haben wir uns kurzfristig umentschieden.

Die Zugfahrt haben wir so tief verschlafen, dass uns ein freundlicher Engländer wecken musste (der klopfte ans Fenster, nachdem vor uns schon alle Autos den Zug verlassen hatten – in Deutschland hätte man uns schon lange vorher angehupt).

Die Rückfahrt nach Deutschland war problemlos.

Wir waren gegen 5 Uhr zuhause und freuten uns über die erste „Nacht“ im eigenen Bett.

 

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Und weil so viele Fotos im Text doof aussehen, gibts hier noch ein paar im Anhang:

 

Das Glencoe im April... endlich wieder in Schottland.


 

 

 

 


 

und irgendein Loch, dessen Namen ich vergessen habe:

 

 

 

 

 

 

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