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muenchen2005

München Ostern 2005

 

19.3.

BOT-M in 11Stunden

 

Abfahrt Höfkens 1:41

Ankunft Portenläng 12:50

 

Kaum hat die Helene den Dicken zerschossen, gibt’s endlich a Karren mit AHK – n E 200 T-Modell in dunkelgrau.

Kalle hat mir am Freitag sehr schön beim Einpacken geholfen. Leider passt der Sulky nicht in die Spitze, so dass Fahrten mit zwei Pferden und Sulky in Maschas Hänger unmöglich sind. Außerdem ist seit drei Monaten der TÜV abgelaufen, worauf mich Kalle aufmerksam machte, als wir schon kurz vor München waren.

Vimpy hatte nicht damit gerechnet, dass die Fahrt solange dauert. Wir auch nicht, waren etwas angepisst.

Trotzdem hat der neue Benz – die „MS Helene“ – uns die Fahrt so angenehm wie möglich gestaltet, Pony inbegriffen.

Die Bayern sind ausgesprochen freundlich. Das Pony ist zufrieden mit seiner Wohnsituation, der Alte ist sich noch nicht sicher. Tempranillo aus dem Bioladen schmeckt gar nicht schlecht. Im Gegenteil, mit jedem Schluck besser.

 

21.3.

Merke: Ein Bierbratl ist ein im Ofen gebackenes Wammerl.

 

23.3.

Gestern 48km gefahren, holla die Waldfee. Sind aber nicht besonders weit gekommen, nur bis Großeichenhausen – die Strecke wäre auf direktem Wege wohl nur halb so lang.

Aber kartenmäßig stehe ich mit dem Gebiet total auf Kriegsfuß: es gibt 75% mehr Wege, als in der Karte verzeichnet sind. Zumindest sieht es an vielen Kreuzungen so aus. Begeht man den Fehler, dann gutgläubig einem dieser scheinbar gut ausgebauten Wege zu folgen, endet die Fahrt schlimmstenfalls in einer Schonung junger Bäume im knietiefen Schnee, mit einem griesgrämig dreinblickenden Förster und einem angepieselten Pony, das, mit der Schneesituation sichtlich unzufrieden, einfach beschließt, zu parken, bis das blöde Zeugs weg ist (Anm.: mein Pferd ist bis dato noch nicht über NRW hinaus gekommen).

Den Förster kann man mit weiblicher Verzweiflung und Ruhrgebietsdialekt schnell von der eigenen Unschuld überzeugen. Das Pony hingegen nimmt mir diese Abstecher immer noch übel – glaube ich.

Der Rest der Fahrt verlief sehr harmonisch.

Zwei Kilometer vor dem Stall entschied ich mich dann – Geiz ist, wenn man sich für das nächste Gebiet rund um den Stall keine Karte kauft, weil man sich denkt, das schaffe man so – für die falsche Abzweigung, was uns noch mal 10km zusätzlich einbrockte. Als mich dann irgendwann die völlige Verzweiflung überkam, flehte ich das Pony an, es möge uns nach Hause bringen. Mit wenig Hoffnung, hielt ich ihn doch für genauso orientierungslos wie mich.

An der nächsten Kreuzung bog er jedoch zielsicher links ab, 15min. später waren wir daheim.

Dem Pony hat die Fahrt – rede ich mir zumindest ein – viel Spaß gemacht. Gesundheitlich war und ist er in bester Verfassung.

 

Die Bauern finden das Pony toll. Ein zahnloser Greis titulierte ihn als „Rennsemmel“. Im ersten Moment war ich da doch etwas verblüfft. Kaum vorstellbar, dass sich ein bayrischer Bauer im Distanzforum rumtreibt. Aber: muss ja auch nicht! Das fiel mir dann auch noch etwas später ein.

 

Heute waren wir spazieren. Dem Kleinen geht es in Portenläng sehr gut. Auch die anderen Pferde wirken extrem ausgeglichen und zufrieden, was an der überaus reichlichen Heufütterung liegen mag.

Nachher sind wir dann noch über den Grünwalder Friedhof spaziert. Ich glaube, ich muss noch diverse Doktor-Titel machen, damit meine Nachkommen etwas Repräsentatives auf den Grabstein schreiben können.

Einen Laden zum Fotos-Entwickeln habe ich noch nicht gefunden. Morgen geht’s aber wahrscheinlich wieder nach München, brauche nämlich auch noch eine zusätzliche Fahrradpacktasche für den Sulky (endlich soviel Proviant mitnehmen, wie ich will, ohne aufs Gewicht zu achten! Herrlich!)

 

26.3.

Am 24. waren wir vormittags denn wieder in München. Ich hab verdammt viel Geld ausgegeben – für die Entwicklung zweier Filme und einen Bunnahabhain-Wasserkrug. Gegenüber des Marienplatzes hat’s nämlich einen sehr schönen Whisky-und-Zubehör-Laden, der uns mit sehr viel Fernweh erfüllte...

Abends waren wir dann noch in Fürstenried beim Italiener. Der ist mittelprächtig, aber für München auch recht günstig.

Merke: Genug Alkohol hat man dann, wenn man lauthals „Pagare!“ durchs Restaurant ruft.

 

Gestern waren Vimpy und ich mit Jana und deren Isi Tvistur 43 km fahren respektive reiten. Wir haben uns gut verstanden, die Pferde sind gut zusammen gelaufen (meine Meinung über Isländer hat sich geändert!). Kurz gesagt: es war sehr schön. Nur der Regen störte die Idylle, habe die Kontaktlinsen vergessen und konnte kaum was sehen, weil ich Dröppkes auf den Scheiben hatte.

Hach, die bayrischen Wälder sind echt nett..

 

Heute hatte das Pony frei, wir waren nur Spazieren und Grasen.

Ich habe den Sulky geputzt – da hing halb Bayern an der Spritzplane, bin ich froh, dass ich die habe.

 

Gespräch mit einem 10jährigen bayrischen Mädel:

„Woher kommst du?“

„Aus NRW.“

„Was ist das?“

„Nordrhein-Westfalen – ein Bundesland.“

„Welche Sprache spricht man da?“

 

Die Jule war mir zwischenzeitlich aus dem Blickfeld geraten. Als ich rufend über den Hof lief, gab mir jemand den Hinweis „Ich weiß nicht, ob’s deiner ist, aber da steht ein Hund in der Sattelkammer und frisst Kuchen.“ – Das konnte nur die Jule sein, und tatsächlich hatte sie nur weniger als ein Fünftel des großen Mohnstriezels übriggelassen.

Nach dem Teita ist sie dann an den Stromzaun gekommen und in Panik Richtung Benz gerannt. Habe sie dann reingelassen, da hatte sie wenigstens ihre Ruhe, während ich den Alten suchen musste.

Der lag meterweit von jeglichem Geschäftstreiben entfernt am Rande der Koppel – „Wenn die Mama schon ohne mich abgefahren ist, dann leg ich mich alldieweil in die Sonne und warte...“ (AUF WAS?).

 

27.3.

Da kommen wir heute mit den Hunden aus dem Hauseingang, als sich zwei Kinder freudequietschend auf die Hunde stürzen.

Im weiteren Smalltalk meinte der Vater der Familie dann plötzlich: „Die sind fertig mit Kuchenessen und gehen jetzt raus.“

Mich übermannte mein schlechtes Gewissen.

Ich schaute ihn ganz genau an.

War er gestern in Portenläng gewesen und spielte auf Jules Abstecher in die Sattelkammer an?

-          Nein, es war nur eine Floskel gewesen *Schweiß von der Stirn wisch*.

 

28.3.

Heute war ein ereignisreicher Tag.

Erst bin ich vom Sulky gefallen und dann hat mein Pferd das Meer geteilt (so richtig passt dieser Teil der Geschichte nicht zu Ostern, oder?).

Um den geneigten Leser nicht zu verwirren, beginne ich die Geschichte des heutigen Tages von vorne, das ist wohl am einfachsten.

Habe mich gegen Mittag mit Nina und deren Paintstute Cash (is ein Breeding-Stock, also eine Wohltat für meine Scheck-genervten Augen) am Stall getroffen, wir sind gemütlich losgefahren und hatten eine schöne Zeit.

Nach ca. 20km habe ich dann beim Kurvefahren nicht aufgepasst (warum bin eigentlich immer ich Schuld, wenn wir in blöde Situationen geraten, und nicht mein Pferd?!), sondern in der Gegend herumgeträumt.

Der Moment der Erkenntnis, in dem mir klar wurde, dass wir nicht an dem Baum, der in der Kurve stand, vorbeipassen würden, und dem Bums war der Schlimmste, danach war alles ganz einfach. Ich bin seitlich vom Sitz, die Strecke zum Boden ist vom Sulky aus schmerzhaft kurz, kontaktierte den Boden zunächst mit der linken Schulter, dann mit der linken Hüfte und dann – erinnern kann ich mich zwar nicht, aber mein geschundener Körper sieht ganz danach aus – mit dem rechten Knie. Überflüssig zu erwähnen, dass das Ganze auf Schotter passierte und ich KEINE Handschuhe anhatte.

Glücklicherweise hatte Nina genug Geistesgegenwart, sich mein Pferd zu packen, so dass größeres Unheil vermieden werden konnte.

 

Frisch, fromm, fröhlich und frei machten wir uns weiter, es lief auch alles perfekt.

Kurz vor Portenläng kamen wir an die bekannte Knacken-lass-Strecke. Ich ließ denn auch mal knacken, ich wusste ja, wie der Boden beschaffen ist, brauchte also nicht vor’s Pferd zu schauen.

An der ersten Pfütze dachte ich noch, dass das bestimmt die einzige gewesen sein würde.

An der zweiten war ich mir nicht mehr so sicher.

Mein Pferd erreichte unterdessen Endgeschwindigkeit, und ganz langsam ist das nicht.

Die dritte Pfütze war etwa 15-20 Meter lang und eine gute Handbreit tief.

Was das für Konsequenzen hat, wenn man in einem halben Meter Höhe hinter einem vollgaslaufenden Pferd sitzt, mag sich jeder selbst ausmalen.

Unser Anblick von hinten führte zum obigen Spruch – Vimpy hat das Meer geteilt.

Muss sehr witzig ausgesehen haben, ich glaube, ich hätte auch lieber mit Nina getauscht *Wasser spuck*.

 

Daheim angekommen, auf der Liftfahrt nach oben, wurd beratschlagt, wer als erstes ins Bad darf.

Vater: –er ist soo stolz, dass er das kann- :„Ich will waschen.“

Mutter -schaut mir ins Gesicht- : „Datt Blaach muss zuerst duschen.“

Ich –schaue auf die Jule- : „Aber ICH stinke nicht nach Kuhkacke.“

 

Mittlerweile läuft denn auch die Waschmaschine. Die Eltern sitzen am Fenster und versuchen, die Alpen zu erspähen.

 

30.3.

Gerade frühstücken die Hunde. Die Jule schiebt ihr Schüsselchen mit erstaunlicher Gerschwindigkeit über den Boden, schafft es aber trotzdem, mit einer affenartigen Geschwindigkeit zu fressen. Käpt’n hat aufgefressen! – sehr zu Jules Entsetzen.

 

Jule hat übrigens seit diesem Urlaub den offiziellen Beinamen „Penntüte“, da sie doch sehr darauf achtet, genug Schönheitsschlaf zu bekommen. Vor 10 Uhr braucht man morgens nicht mit der Leine zu winken...

 

Gestern war ich nur kurz am Stall. Wollte ja eigentlich gar nichts mit dem Pony machen, der hat sich auch mal ein bisschen Urlaub verdient. Hab dann leider auf dem Hinweg entdeckt, dass es ein paar hundert Meter vom Stall entfernt einen Traberstall mit kleiner Rennbahn hat. Da musste der Kleine dann doch noch ran und mich da hin ziehen.

Leider war das Gespräch mit den Rennbahnfuzzies nicht von Erfolg gekrönt. Lag aber glücklicherweise nicht an meinem niedlichen kleinen Zwerg, sondern daran, dass nur bei denen eingestellte Traber auf die Bahn dürfen.

Auf dem Rückweg hab ich’s Pony dann mal wieder knacken lassen. Die Strecke stand meinem ersten Eindruck zufolge nämlich gar nicht mehr sooo sehr unter Wasser. Bin aber doch etwas nass geworden.

Als bich auf den Hof einbog, stand da die versammelte Mannschaft Einsteller und Bauern und staunte Bauklötze.

Wie schnell der Kleine doch sei.

Und wie SCHÖN und LUSTIG das Wasser gespritzt sei.

Und wie SCHMUTZIG mein Gesicht wäre.

Fand ich auch unheimlich witzig. Brauche bald mal neue Brillengläser und erwäge ernsthaft die Anschaffung einer Schutzbrille.

 

Dafür waren wir morgens ausgiebig in München und haben uns die Füße plattgelatscht.

Habe Engländer in Trachtenkleidung gesehen und am Marienplatz eine fotografierende Touristengruppe fotografiert.

 

Heute steht nichts besonderes an. Es regnet. Wir müssen in einen Baumarkt, ich weiß nicht, wieso, aber Mutter hat gesagt, wir müssen. Dann müssen wir wohl.

 

31.3.

Heute ist unser letzter Abend bei den Bayern.

Das waren wir dann auch ausgiebig feiern und haben den Maxhof unsicher gemacht.

Der Alte ist vor zwei Tagen auf dem Weg zur Arbeit – mit dem Radl morgens durch den Wald – fast in ein Wildschwein geradelt. Eine Begegnung, die ihn stark beeindruckt hat, er redet von wenig anderem mehr.

Heute ist er dann wohl klingelnd und rufend durch den Wald gefahren, weil die Schweine im Unterholz geraschelt haben. Was die sich wohl denken – „Da kommt der spinnerte Radfahrer wieder, komm, wie erschrecken ihn ordentlich!“ – oder etwas in der Art?

Bisher rief der Alte den Schweinen zu, dass der Papa jetzt käme und sie Platz machen sllten. Mein Vorschlag war, er solle laut „Schwarzkittel, nenn die Parole!“ rufen. Wahrscheinlich würd der Jochen dann ziemlich blöd gucken, wenn das Schweinderl „Wendelstein 7-X“ zur Antwort gäbe und auf Wegerecht bestünde.

Im Maxhof hat die Mutter ein Spaten-Glas geschnorrt. Mit dunklem Spaten kann selbst ich Pilskind mich anfreunden.

 

Das Pony habe ich heute nur ein bisschen laufen lassen, der fand diese Art der Auslastung aber wohl nicht angemessen. Buckelte wild in der Halle herum und auf seinem kleinen Ponygesicht stand die große Frage, ob es noch einmal ´naus ginge.

Auf der Rückfahrt bin ich mit dem komischen grauen Auto über 200km/h gefahren. Das ist aber nichts für mein einfaches Hondafahrer-Gemüt.

Wir sind sehr viel in Wolfratshausen herumgelaufen. Zu viel eigentlich, man hätte den armen Knochen viele Kilometer sparen können. Aber so haben wir wenigstens etwas von der Welt gesehen. Wolfratshausen ist nett. Der Loisach-Stauwehr ist wohl ein schönes Fotomotiv. Habe leider das Eöschen daheim gelassen.

 

Morgen heißt es früh aufstehen, schön frühstücken, ein bisschen Packen und ab zum Stall, das Pony einladen... Das will bestimmt auch nicht zurück, dem geht es hier prächtig.