Norwegen 2010

Norwegen 2010

13.7.-2.8.

 

13.7.

Hünxe – Augustdorf - Malente

Zu spät losgekommen, weil noch arbeiten müssen.

Klappte aber dann alles ganz gut.

Gegen 16h bei Janina losgefahren, um 16:30h Anruf von aufgeregter Tati bekommen: „Na, wie weit seid ihr schon?“ – „In Oerlinghausen!“ – Fassungslosigkeit.

Fahrt bis Malente (Übernachtung bei Dinie und Ecki) problemlos, gesamt ca. 700km.

Gut gegessen, nett gequatscht.

 

14.7.

Malente – Jammerbugt – Hirtshals

Nachts im Auto den Dünnen heftig verflucht: zu warm, zu anschmiegsam.

Gemütlich gefrühstückt und die Segnungen der Zivilisation genossen (warmes Wasser von oben). Haben natürlich beide unsere Handtücher bei Dinie im Garten hängen lassen, fiel uns erst kurz vor der dänischen Grenze auf. Sind aber genug Handtücher mit an Bord.

Dänemark: Geradeausfahren, plattes Land, öde. Daher bald Fahrerwechsel erforderlich, Janina war allerdings unglücklich über die Tatsache, dass ich ihren linken Fuß mit einer Hundeleine (das war das Schlimmste daran) festband.

Strand mit Auto befahren, wie alle anderen das auch tun, Hunde toben, Seele baumeln lassen, Lattenrost unter’m Bett zur Hälfte neu ausgerichtet und festgetackert.

 

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Festgestellt: festgefahren! Ein paar nette Dänen schoben uns raus.

Weiteres weites Stück über Strand gefahren, war ne super Abkürzung nach Hirtshals.

In Hirtshals auf Fährenparkplatz gekocht und gegessen, neuer Primus-Gaskocher begeisternd, Essen eher fad.

Fähre „Fjordline AS Fjordcat“ von außen hübsch, von innen nicht, marokkanisch organisiert inkl. Parken (glücklich, wer durch die Heckklappe ein- und aussteigen kann). Habe noch nie so ein Chaos gesehen. Hunde problemlos im Auto. Nachtfähre Abfahrt 22:50h – am billigsten.

 

15.7.

Hirtshals – kurz vor Mandal (Schlafplatz) – Lista fyr – Apta – Kvinlog – Tonstad – Egersund – Eigeroya

Nach Abfahren von der Fähre (2h morgens) noch etwa 1h gefahren, dann bis 10h geschlafen und sehr gemütlich gefrühstückt (wirklich ein toller Kocher – inkl. Tee).

Vor Lista fyr Hunde am Strand rennen lassen. Jule topfit, schön mit den Jungen gerannt.

 

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Danach lange gefahren, Regen. Scheiben-Abdichtungs-Klebestreifen war leider ab und ich hatte es versäumt, rechtzeitig vor dem Regen einen neuen aufzukleben. Auto nur ein bisschen nass, aber sehr geärgert.

In Kvinesdal eingekauft: keine Aprikosen, obwohl Lust drauf: 10€/kg. Nektarinen auch lecker und bezahlbar(er).

In Eigeroya schönen Parkplatz kurz vor Leuchtturm gefunden, schön gegessen (selbes Essen wie gestern und immer noch fad), gelesen.

Fast nicht dunkel geworden.

 

16.7.

Eigeroya – Brunesand – Stavanger – Lauvvik – Oanes – Preikestolen-Campingplatz

Eine herrliche, wenngleich helle, Nacht liegt hinter uns.

Relativ früh, da früh zu Bett gegangen, aufgestanden.

Am Strand bei Brunesand bei hoher Windstärke ordentlich durchpusten lassen und Quallen mit bloßen Füßen detektiert.

 

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Iieh, nass!

 

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Erster Versuch eines Gruppenfotos

 

Stavanger ist süß. In Touri-Laden finanziell über die Stränge geschlagen, da Verlockungen zu groß. Danach noch in genialem kleinen Café geniale heiße Schokolade getrunken, die hatte aber auch einen höchst genialen Preis von fast 5€/Tasse.

In Lauvvik auf Fähre gefahren, verarscht gefühlt: PKW 59NOK, aber keine Passagiere inkludiert! Also 83NOK bezahlt. Schwimmen ist jedoch keine Alternative.

Überfahrt geht schnell und wackelt weniger als durchschnittliche Rheinfähre.

Campingplatz oben am Preikestolen hübsch, 240NOK/Nacht.

Sehr über Duschen gefreut.

 

17.7.

Preikestolen – Sand – hinter Odda

Völkerwanderung ahoi!

Ein unglaubliches Gedränge auf dem Weg zum Preikestolen-Felsvorsprung am Lysefjord.

Für die Hunde sehr anspruchsvoll: ordentliche Felskletterei, Springen und nicht vom wandernden Volk getreten werden war eine komplexe Aufgabe, die sie aber alle sehr gut gemeistert haben. Mit Abseil-Geschirren wäre mir an manchen Stellen noch wohler gewesen.

Gut, dass sie leicht genug zum Heben sind!

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da geht's nauf!

 

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da geht's nunter *grusel*

 

Dies und unsere übertriebene Rücksichtnahme verlangsamten uns ziemlich: fünf statt der angekündigten vier Stunden Gehzeit. Trotzdem finden wir immer noch: wenn Gegenverkehr in einer Engstelle ist, wartet man, bis die Engstelle wieder frei ist und stürmt nicht einfach kopflos weiter. Wir allerdings wurden beim Warten von hinten überholt – seltsame Sitten.

 

Nach der Wanderung 1300g Hundefutter in die Hungrigen geschoben. Im Trockenen aufgebrochen, so wie der ganze Tag relativ trocken gewesen war (wir wurden nur einmal nass), wollten wir nur noch ein Stückchen fahren. Bald darauf regnete es allerdings unablässig und dies auch in nicht zu verachtender Intensität. Kurz hinter Odda fanden wir ein Regenloch und hielten auf einem Parkplatz an.

Das Regenloch währte genau so lange, wie man zum Parken und Aussteigen braucht.

Der französische Wohnmobilist hinter uns fand uns offenbar sehr bedauernswert, oder belustigend? – wie wir da im Nassen unter der geöffneten Heckklappe saßen und uns Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei zubereiteten.

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Die Kartoffeln waren großartig! Der Spinat, wie befürchtet, einfach nur kleingehackte Blättchen ohne Rahm. Trotzdem ein Essen wie Gott in Frankreich, zumindest auch besser als das der beiden jungen Russinen im Subaru Outback, die nach Abflämmen ihres teuren Multifuel-Kochers offenbar hungrig zu Bett gingen.

Der Dünne („He’s a whippet? How beautiful!“ – offenbar kennt man die Rasse nur in England) wollte abends nicht mehr pinkeln, war ihm zu nass draußen…

 

18.7.

Hinter Odda – Geilo

Ein neuer Morgen und eine komplette Whippetblase entleert auf Janinas Bett! Super!

Gegen 9h hat er zwar kurz, aber nicht wirklich nachdrücklich genervt und ist dann selbst noch mal in einen offenbar sehr tiefen und entspannten Schlaf gefallen, sonst hätte er wohl kaum seinen eigenen Schlafplatz vollgepisst.

So war also schon heute morgen klar, dass wir heute Abend wieder auf einem Campingplatz schlafen müssten, denn der ausgiebige Gebrauch von Waschmaschine und Trockner war wirklich unumgänglich.

Den Voringsfossen haben wir unterwegs passiert. Dank ordentlicher Regenwolken haben wir ihn aber nicht gesehen. Allerdings üben Wasserfälle auch gerade keinen besonders großen Reiz auf uns aus: es gibt genügend Wasser überall von allen Seiten in allen Aggregatzuständen. Auto ist aber relativ dicht, neuen Klebestreifen angebracht, leider silbern und nicht schwarz.

In der Hochebene Hardangervidda gefiel’s uns super! Da war auch das Wetter ok. Windig, kalt, sonnig. Leider keine Wanderwege gesehen und die Landkarten sprengen jegliche vernünftige Preisvorstellung.

 

Am Geilo-Campingplatz prima abgeschiedenen Stellplatz inmitten von Eriken und anderem immergrünem Grünzeug gefunden.

Wäsche gewaschen, uns gewaschen, gutes Wetter zum Abend, glücklich.

 

19.7.

Geilo – Stengelsrud – Atra – Mael – Rjukan – Mosvatn

Nachdem der „Pisser“, wie Janina ihn unterdessen liebevoll nennt, uns abends mit ausgiebiger Pupserei, aber fehlendem Outdoor-Stuhlgang beunruhigte (nicht DAS auch noch!), war die Nacht dann auch entsprechend ereignisreich: Outdoor-Dünnpfiff um 3h und 6h, machte nix, die Nacht war eh zu kalt zum Schlafen.

Bei einem seiner Landgänge verwechselte ich ihn, völlig übermüdet ins Dämmerlicht schauend, auch noch mit einem hell gefleckten Stein: „Boah, der steht da und pisst schon wieder, boah, der pisst aber lange, woher nimmt er das nur alles?“ – Bis das Hörnli kurz darauf von einer ganz anderen Richtung wieder ins Auto gehüpft kam.

 

Morgens gegen 8h super Wetter.

Wir zu k.o. zum Aufstehen.

Um 11h Regen.

Eigentlich den ganzen Tag Regen.

Unsere heutige Fahrt hätte landschaftlich reizvoll sein können – wenn wir außer Nebel und Wolken etwas gesehen hätten.

In Rjukan (DIE Metropole) Regenloch erwischt und an einem Flüsschen 800m auf- und abgegangen (=längstmöglicher Weg).

Das örtliche Wasserwerk sieht aus wie ein Gefängnis.

 

In Mosvatn schöner, windiger Parkplatz am Seeufer. Abends dankenswerter Weise kurz trocken.

Nachts ergiebige Regenfälle, aber ein trockenes Hörnchen und ein trockenes Bett.

 

20.7.

Mosvatn – Haugesund – Parkplatz E39 in Sveio

Gegen 8h Hundespaziergang im Regen (hatte Angst), danach noch mal ins Bett.

Die freilaufenden Schafe steckten ihre Nasen in den Spalt der nur angelehnten Schiebetür. Jule konnte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr schlafen.

Gegen 11:30h gefrühstückt. Regen.

Schafe haben wir heute sehr viele gesehen, ganz im Gegensatz zu den letzten Tagen. Vermutlich handelt es sich um die Rasse „norwegisches Wasserschaf“.

Ergiebige Wasserfälle von den kaum sichtbaren Bergen hinunter. Seen, Fjorde. Nebel, Wolken, Regen. Wasser ist hier wirklich ubiquitär.

Im Reiseführer steht: den Norweger zieht es am Wochenende in seine Hütte. Diese liegt idealerweise am See, am Meer oder im Wald. Ach! Wo sonst?

 

Haugesund ist doof!

Wir wollten Fast-Food essen.

Hamburger 10€, kleine Pizza Margharita 12,50€.

Kein Fast-Food gegessen – im Regen draußen kochen ist auch schön.

 

Nun stehen wir am Rande der E39 auf einem Parkplatz, der offenbar als LKW-Umschlagplatz dient. Leider war der Alk schon fast alle, als wir dies feststellten – wegfahren war also nicht mehr.

Achja: das Hörnchen hat heute die Seiten über den KP-Vater des jungen Chinesen, dessen Autobiografie ich lese, gefressen.

 

21.7.

E39 in Sveio – Jektevik – Hodnanes – Aussichtspunkt bei Humlevik – Norheimsund – Camping Bergen-Nord, Travbane

Die Nacht war Hörnchen-trocken, aber nass und laut: nicht nur, dass die E39 recht stark befahren ist, die LKWs haben auch noch recht ordentlich viel rangiert.

Morgens zum Aufbruch war es für 20min. trocken!

Und den ganzen restlichen Tag nicht mehr.

Die Gegend wäre der Hit gewesen, glauben wir. Gesehen haben wir nichts. Ich habe das Ufer des Hardangerfjords für das Meer gehalten.

Der Campingplatz nördlich von Bergen war angeblich mal schön, durch Straßenbauarbeiten war davon allerdings nichts mehr zu sehen. Dafür waren nette Traber auf der angrenzenden Bahn.

Der freundliche junge Mann von der Campingplatzrezeption erlaubte uns, unter dem Vordach des Rezeptionshäuschens unser Abendessen zu kochen. Nette Familie aus ROW getroffen. Sie haben eine Markise an ihrem T4 nachgerüstet.

Motto des Urlaubes: ich will ne Markise!

 

22.7.

Bergen

Tatsache! Heute hat es nur ein bisschen zwischendurch geregnet.

Bergen ist ne niedliche Stadt mit wirklich gesalzenen Parkhauspreisen.

Der Fischmarkt bietet auch Obst, vor allem Beeren, zu erschwinglichen Preisen. Haben uns ein ganzes Pfund Himbeeren geleistet – lecker.

Auch bei McD kostet ein Hamburger fast 10€. Verglichen mit einem handgestrickten norwegischen Pullover aber ist das billig!

Pulloverlos, aber sonst reichlich Devotionalien gekauft.

Nachmittags waren wir bei IKEA und erstanden für 27€ zwei warme Mahlzeiten, ein Getränk und ein Stück Kuchen – geschenkt!

Abends am Flughafen Janinas Gepäck am self-check-in-Schalter aufgegeben, reibungslos. Hinterher erfahren, dass die dort das Gepäck eigentlich gar nicht am Vorabend annehmen. Ob es trotzdem zeitgleich mit Janina in Düsseldorf ankommen wird?

Danach in der Nähe des Flughafens an Häfchen gesetzt und Sonne genossen.

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IMG_9168 - wo ist der Hubschrauber

Wo ist der Hubschrauber?

 

Parken tun wir heute Nacht in nicht mal 1km Entfernung Luftlinie vom Flughafen direkt in der Einflugschneise. Bergen ist offenbar kein Provinzflughafen, wie wir hierbei feststellten…

 

23.7.

Bergen – Knarvik – Instefjord – Botnen Camping am Sognefjord

Eine erholsame Nacht liegt – mal wieder – hinter uns!

Offenbar hat Aaron sich beim Abendspaziergang einen 3mm-Kratzer am Vorderbein zugezogen. Den haben wir erst nicht bemerkt, auch er hat nichts von seiner schweren Verletzung wahrgenommen.

Gegen 24h machten wir die Augen zu, aus des Hörnchens Wunde kam ein Tröpfchen Blut. Nicht der Rede wert.

Gegen 1:30h festgestellt: Hörnchen hat so lange an der Macke rumgelegt, bis es der bestdurchblutete Körperteil des ganzen Hundes war. Große Blutflecken überall: Kleidung, Bettlaken, Kopfkissen.

Verbandskasten gesucht, gefunden, Hund verbunden.

Um 4h aufgestanden, fertiggemacht, Janina zum Flughafen gefahren. Genialer Plan: zurück zum Traberpark, dort ausschlafen. Haken an der Sache: Traberpark um 5h morgens noch abgeschlossen.

Also etwas weiter gefahren bis in ein prima kleines Industriegebiet, wo wir einen netten Randstreifen direkt am Fjord fanden. Industriegebiet? Völlig ausgestorbene Gegend. Fjordblick und Teitamöglichkeit direkt am Fjord, die wir nach dem Ausschlafen auch ausgiebig nutzten.

 

Auch nach dem sehr gemütlichen Ausschlafen (ja, für EINE Person, zwei Hund un einen Whippet ist das Bett groß genug) aber noch nicht so richtig fit gefühlt (offenbar haben die letzten Nächte doch Spuren hinterlassen), daher nur bis Botnen Camping gefahren.

Echter Geheimtip! Herrliche Lage, tolles Wetter, sehr leise, gepflegte sanitäre Anlagen – Herz, was willst du mehr?

Der schönste Schlafplatz der Welt!

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Blut-Hörnchen lässt sich trösten

Haben Nachbarn aus Bremen, die zu zweit von Mittags bis Abends geangelt haben, ohne etwas zu fangen. Doch, einen Seestern haben sie gefangen, und den haben sie dem Hörnchen geschenkt (ja, er hat ihn gegessen).

Die Mädchen sind auch sehr begeistert. Einfach toll hier.

 

24.7.

Botnen Camping – immer der E39 entlang nach Norden – Orsta – Runde (Goksoyr)

Juhu, eine wirklich ruhige Nacht. Zwar hell, aber ok.

Beim Frühstück zog eine Gruppe Delphine langsam und ruhig schnaufend hinter’m Auto vorbei. Herrlich – so muss der Weltfrieden sein.

Mit blutendem Herzen gegen 11h aufgebrochen.

Fahrt war lang, beschwerlich und sauteuer: Fähren für 101, 56 und 65NOK, Tunnel für 85NOK.

In Orsta Geld abheben müssen, weil eine der Fähren keine Kreditkarten akzeptiert hatte. Absolute Ausnahme hier – in Norwegen kann man selbst in der größten Einöde den kleinsten Betrag (äh, nein, in Norwegen gibt es keine kleinen Beträge) mit Kreditkarte bezahlen.

Zwei aktuelle Landkarten sagten, ich würde ein paar km hinter Orsta eine Fähre nach Eiksund auf die erste der zu überfahrenden Inseln auf dem Weg nach Runde finden.

Das Nüvi behauptete, ich solle schon am Ende der Landzunge vor Orsta eine Brücke finden. So stand es 2:1, ich glaubte den Karten und fuhr 50km Umweg: es fährt keine Fähre mehr auf die Inseln.

Das Nüvi allerdings hatte auch nicht ganz Recht, denn die avisierte Brücke stellte sich als teurer Tunnel heraus.

Der Rest der Fahrt war aber unproblematisch.

Kurz vor Runde hatte ich ein großes Kölner Wohnmobil mit einem ca. 2,2m hohen Puffin-Aufkleber auf der linken Seite vor mir.

Der Campingplatzbetreiber Knut Goksoyr ist sehr nett und zuvorkommend und spricht fabelhaft Deutsch. Der Campingplatz selbst gleicht allerdings auch eher einer Brutkolonie, die Stellplätze sind auf die einzigen ebenen 10m Meeres-Randstreifen der ganzen Insel gequetscht und enger Kontakt zu den Nachbarn sollte einen nicht stören – wer meine soziale Ader kennt, weiß aber, dass er das tut.

Heute ist mir aber alles egal: ich habe beim Fahren alles falsch gemacht. Zu weit gefahren, zu wenig getrunken, zu wenig Pause gemacht, an diversen schönen Schlafplätzen vorbeigefahren, nur weil ich heute unbedingt noch auf Runde ankommen wollte (warum? Es ist eh zu spät, um heute noch etwas zu unternehmen). Als Lohn haben sich die leichten Kopfschmerzen in eine schöne Migräne verwandelt, die dadurch, dass es hier oben im baumlosen Norden auf ca. 62°N fast taghell ist, nicht besser wird.

 

25.7.

Runde

Gegen 6:30h Jule auf’s Klo gelassen und die tiefstehende Sonne verflucht: es wird in dem schwarzen Auto verflixt heiß. Die dunkel verhängten Fenster (die aber, wie ich festgestellt habe, leider ziemlich lichtdurchlässig sind) tun ihr Übriges. Der Benz wird morgens zum Treibhaus, am Vormittag geht es dann wieder. Kurios.

Mit offener Schiebetür weitergeschlafen und den ganzen, herrlich sonnigen, Tag rumgehangen, weil noch mit Kopfweh gekämpft.

Am späten Nachmittag dann endlich den Popo hochgekriegt und zur Vogelwanderung aufgebrochen.

Die Papageitaucher kommen zwar erst abends von der See-Schicht heim, aber man kann ja schon mal losgehen.

 

Die Wanderung ist zu Beginn steil, sehr steil! – Aber im weiteren Verlauf anspruchslos.

Die Insel ist genau mein Ding! Ich muss mich allerdings ständig daran erinnern, dass ich nicht in den schottischen Highlands bin.

IMG_9215 IMG_9228 -dritter Versuch

 

Kurz vor dem Puffin-Felsen geht’s ne Leiter hinab. Hab die Köter einzeln runtergetragen und wurde dabei, von mir unbemerkt, von einem jungen deutschen Wanderer beobachtet. Als Letztes wartete ich mich der wartenden Lena zu, sagte „Und jetzt du, mein dicker Klotz“, woraufhin von hinten erscholl „Oh, es sind keine Papageitaucher da – ich sag’s dir lieber, bevor du den dicken Klotz rüberhebst!“. Habe geantwortet, dass diese Aussage meine Motivation nicht gerade hebt.

Haben 2h schön in der Sonne am Felsen gesessen und auf’s Meer geguckt.

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Lena kann überall schlafen

 Nach und nach trudelten immer mehr Leute ein. Seeadler und Möwen gesehen.

Mir eingebildet, in größerer Entfernung Puffins zu sehen – Flugstil, Größe und Farbe passte. Gerade, als ich dachte, dass die Viecher dann bestimmt bald Feierabend machen und auf den Felsen kommen, meldete Jule akutes Bauchweh an und wollte bitte gerne heimgehen.

 


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Ich kletterte wieder einzeln mit den Viechern die Leiter hinauf, dann folgte ich und leinte sie auch gleich wieder an. 15m weiter von wütender Norwegerin, die vor ihrer Familie ein Exempel statuieren musste, belehrt worden, dass man NEVER, under NO circumstances, die Hunde ableinen darf – und zwar wegen der Schafe! Ich war versucht, zu sagen, „ok, norwegian sheep can fly“, denn an dieser Leiter wären zumindest deutsche Schafe gescheitert. Sie schimpfte und schimpfte, ich überlegte dann noch kurz, ob ich ihr empfehlen sollte, die Polizei zu rufen, ließ sie dann der Einfachheit halber aber zeternd stehen.

 

Die Laune war für den Rest des Tages gegessen.

Nachts war es dunkel!

Aber ich Vollidiot habe trotzdem die Handtücher draußen hängen lassen.

 

26.7.

Runde – Alesund – Trollstigveien – 25km vor Geiranger

„Wissen Sie eigentlich, wo die Papageientaucher tagsüber sind?“

- mögliche Antworten: „Die tauchen nach Papageien“, „Die sind auf ner anderen Insel, auch als Touri-Attraktion“, „Die sind aufer Arbeit!“ – was der Wahrheit am nächsten kommt.

 

Nach Alesund führt eine relativ lange Fähre! Fährmann um’s Beförderungsentgelt geprellt. War eigentlich ein Missverständnis, aber ich bin nicht böse drum.

Durch Alesund hindurch eine private Bus-Besichtigungstour gemacht – ja ja, schönschön.

Im Einkaufszentrum kleinen Döner Kebap für 8€ gesehen – gibt es dicke Norweger? – nein!

 

Der Trollstig ist der Hit! Voll mein Fall. Wetter auch super.

Neben Tunnel netten Schlafplatz in Gesellschaft eines Tiroler Wohnmobiles und sechs aufdringlicher Kälber gefunden – wir alle vier hatten Angst vor den neugierigen Viechern. 

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Unser Schlafplatz

 

27.7.

25km vor Geiranger – Geiranger – lange Mittagspause auf Parkplatz an Str. 15 – 30km vor Lillehammer

Ist das herrlich hier! Warum haben wir das nicht eher entdeckt?

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Die Straße 15 führt mitten durch die Einöde, Steppe, Hochebene, dann geht’s langsam tiefer und mit den abnehmenden Höhenmetern klappt’s auch wieder mit dem Bewuchs.

Der Mittags-Rastplatz roch leider vertraut nach Duisburg-Meiderich-Bahnhof (unmöglich, diese Wohnmobilisten).

Am frühen Abend keine Lust mehr gehabt, weiterzufahren, und direkt an E06 an Rastplatz ohne Klo geblieben. Roch auch wie im Bahnhof. Und besonders leise und beschaulich war es auch nicht.

Morgens lag ein schlafender Passatfahrer auf einer Decke neben seinem Auto.

 

28.7.

30km vor Lillehammer – Morokulien Grenze – 15km vor Arvika

Eine landschaftlich interessante Fahrt liegt hinter und. Dass es so viele so große Seen gibt! Kurz vor der Grenze fast alle NOK auf den Kopf gehauen – hmm, die Himbeeren hier sind einfach großartig und preislich auch in Ordnung.

 

An der Grenze norwegische Mehrwertsteuer auf einen Touri-Einkauf zurückgeholt, damit hatte ich dann auch die ersten Schwedenkronen.

Interessant: die Beträge sind genauso hoch wie in Norwegen, allerdings ist der Teilungsfaktor zur Umrechnung in Euro ein anderer.

 

Super Campingplatz mit nettem Betreiber gefunden, der mir ungefragt eine tolle Hunderunde empfahl. Im Wald stand tiefes Wasser in Treckerspuren -> Lena glücklich.

Blaubeeren gepflückt, Hörnchen wollte auch.

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Pflücken kann er auch selbst

 

Bei Rückkehr von Campingplatzbetreiber darauf hingewiesen worden, dass ich den schönen Hund für Rennen trainieren soll.

Nachts dunkel!

 

28.7.

Vor Arvika – Örebro – kl. See. An Str. 49 (Fagertärn)

Ja, nachts dunkel! – Und die Handtücher hingen wieder draußen…

Heute nicht viel erlebt: im Regen gefahren, im Regen gerastet, alle nur kurz Pipi gemacht, nachdem wir 2h auf Regenpause gewartet hatten. Und nun regnet es immer noch wacker weiter. Tut das wirklich Not? Ist es ein Zeichen, dass ich mir tatsächlich eine Markise für den Bus kaufen soll?

 

Abends – nachdem ich lange auf Regenpause gewartet hatte und keine kam – noch eine Runde um den See gedreht. Dabei habe ich mich deutlich wohler gefühlt als beim gestrigen Mittagsteita, wo ich erst Elchscheiße (zumindest gehe ich davon aus, dass es welche war) fand und dann auch noch seltsame Geräusche aus dem Unterholz drangen, so dass mir beim Spaziergang recht unbehaglich war.

Hier kamen uns nur auf halber Strecke die beiden Gladbacher entgegen, die wir schon auf dem Parkplatz gesehen hatten. Lena hatte nicht mit Gegenverkehr gerechnet und hat furchtbar gezetert, war aber sofort abrufbar.

Der Rest des Spaziergangs war sehr schön und sehr einsam, für unsere Gewöhnungsverhältnisse auch nur ein bisschen nass. Trotzdem hat das Hörnchen trotz reger Aktivität gegen Ende des Spaziergangs gefroren.

Der Teita war aber auch etwas länger, als ich gedacht hatte: der See sah zwar ähnlich klein aus wie der Duisburger Entenfang, hatte aber Unmengen kleiner Buchten, so dass man recht ordentlich lief.

 

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30.7.

Fagertärn – Jönköping – gr. See an Str. 153 (Vissö)

Regen, Regen, Regen. Naja, wir sind dran gewöhnt.

In Jönköping Autoladekabel für Privathandy gekauft, damit Motte mich heute Nacht mit Infos aus der Heide (Distanzritt) versorgen kann.

Außerdem endlich Fast-Food gegessen! Burger-Menü bei McD knapp 7€. Am Bestellungs-Annahme-Schalter stand eine Angestellte höchstpersönlich im Regen, das ist zwar nicht so unpersönlich wie in Deutschland, aber ein Scheiß-Job für die arme Frau.

Beim Rausfahren aus dem riesigen Einkaufszentrum vertan und in Verzweiflung einem Linienbus hinterhergefahren. Der fuhr zwar über Busspuren und in die falsche Richtung, aber egal!

Der Parkplatz hier am See ist sehr sehr einsam, aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass einen Axtmörder eigentlich nichts hierhin verschlagen sollte.

 

31.7.

Vissö – Halmstad – Skummelövs Camping

Heute war es relativ trocken.

Ich habe aber langsam keine Lust mehr auf’s Fahren. Es langt!

An den kilometerlangen Stränden sind im Sommer leider keine Hunde erlaubt.

Relativ frustriert und schon drauf und dran, bis nach Dänemark durchzufahren, fand ich dann doch noch einen netten Campingplatz abseits der Hauptstraße.

Die Campingplatzbetreiberin war sehr zuvorkommend und beschrieb mir, wo ich mich hinstellen sollte, damit ich möglichst ungestört wäre. Ob sie damit meinem Ruhebedürfnis nachkommen oder aber die anderen Campingplatzgäste vor den Hunden schützen wollte, sei dahingestellt – das Ergebnis war höchst befriedigend: ich hatte eine relativ große Ecke auf einer Birkenwiese für mich ganz allein.

Die Hunde und ich verbrachten einen sehr faulen Nachmittag draußen sitzend und lesend.

Als ich vom Duschen zurückkehrte, stellte ich fest, dass das Hörnchen auch sehr interessiert an meinem Buch gewesen war – diesmal hatte es allerdings nur die äußere Ecke erwischt.

 

Janina ist in der Heide 120km geritten!!!

 

1.8.

Skummelövs Camping – Malmö – Kopenhagen – Fehmarnfähre - Malente

Habe mich heute Morgen spontan entschieden, nicht mit der Helsingborg-Fähre zu fahren, denn die kostet ein Schweinegeld, spart nur 50km und kostet durch Anstellen und Auffahren etc. natürlich sehr viel mehr Zeit.

Die Brücke nach Kopenhagen ist allerdings auch schweineteuer – fast 40€ - aber auch echt toll! Die zweite Hälfte der Überfahrt ist allerdings unterseeisch, und der Tunnel ist nicht mal so tief und spektakulär wie die Tunnel in Norwegen.

Die Fährfahrt nach Fehmarn war problemlos, wie Busfahren.

Leider saß ich im Bordrestaurant (ich hatte doch ein plötzliches Hüngerchen) genau über dem Bug und hatte durch die Panoramascheiben freie Sicht aufs Meer. Es war recht schwer, dem Anblick auszuweichen und der Genuss dadurch leider getrübt. Aber man isst ja nicht die ganze Zeit, und so verbrachte ich den Rest der Überfahrt damit, im Einkaufsladen eine große weiße Toblerone zu erstehen.

 

Auf Fehmarn war auch kein gutes Wetter. Ein schwacher Trost, aber ein Trost.

 

Dinie und Ecki waren etwas angeschlagen: Ecki kam von Verwandtenbesuch aus Gladbeck, Dinie hatte nach ewiger Zeit das erste Mal bei einem Distanzritt getrosst, und dann auch noch nachts… hielt Ecki und mir lange Vorträge darüber, wie anstrengend das sei und dass man, wenn man einen langsamen Reiter trosse, immer allen Kram so weit tragen müsse, weil alle der Tierarztkontrolle nahegelegenen Parkplätze schon immer besetzt seien. Ecki und ich haben uns nur wissend angeguckt. Ecki hofft, dass Dinie ihm nach diesem Erlebnis einen Bollerwagen kauft.

 

Jule hielt mich nachts ordentlich auf Trab: Bauchweh, Grasfressen, Unwohlsein. Irgendwann machte ich ihr ihr Adresshalsband um und beschloss, mit offener Schiebetür zu schlafen und Jule laufen zu lassen, wie sie wollte.

Morgens festgestellt, dass sie die komplette Toblerone inkl. Alupapier und Teilen der Pappe gefressen hatte. Ohje. Da hätte sie eigentlich nicht drankommen dürfen – dieser Hund hat eine erhebliche kriminelle Energie. Beim nächsten Urlaub wird eine abschließbare Box für meine Süßigkeiten mitfahren.

 

2.8.

Malente – Augustdorf – Hünxe

Morgens zügig weggekommen, relativ staufrei gefahren. In Augustdorf extremen Müdigkeitsschub gehabt und nach dem Kaffeetrinken mit Janina noch eine halbe Stunde hinlegen müssen.

Gut zuhause angekommen! Und trocken ist es hier auch.

 

 

 

 

 

 

 

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